Teil 3: Der Abriss beginnt - 12.8.2011

Dieser Freitagnachmittag war der erste von insgesamt vier geplanten "Aktionstagen", die mit größerer personeller Beteiligung durchgeführt werden sollten, und an deren Ende nichts mehr an die ursprünglich vorhandene und auch an diesem Tag am Arbeitsbeginn um 15 Uhr auf dem Grundstück thronende Pizzeria erinnern sollte. Los ging die Arbeit auf dem Dach des Gebäudes mit dem zu diesem Zeitpunkt offensichtlichsten Arbeitsschritt: Rund zehn Angehörige unserer Wehr schritten zur Tat und begannen die Ziegel des Dachs Stück für Stück abzudecken und den am Boden wartenden Kollegen zuzuwerfen, die die Dachpfannen fingen, auf Paletten stapelten und für den Abtransport vorbereiteten.
Auch ein Stockwerk tiefer war die Arbeit im vollem Gange: Hier hatten sich weitere Helfer die mit Rigips verkleideten Holzbalken unter der Decke vorgeknöpft, die mit Stemmeisen von ihrem unter anderem als Brandschutz dienenden Gipskleid befreit und anschließend abgeschraubt wurden. Holz wie Dachpfannen wurden von den umsichtigen Wehrleuten allerdings nicht weggeworfen, sondern zur weiteren Verwendung sortiert und abtransportiert.
Das gleiche Schicksal erwartete auch die Fenster, die wiederum andere der rund zwanzig an diesem Nachmittag aktiven "Hobbybauarbeiter" ausbauten und auf Paletten stapelten. Insbesondere bei der im Anschluss folgenden Terrassentür, deren Rahmen sich einem Ausbau standhaft, ausdauernd aber letztendlich vergebens zur Wehr setzte, machte sich beim anschließenden Verladen auch das immense Gewicht bemerkbar, so dass die beteiligten Träger froh waren, dass auch hier auf vorhandene Ausrüstung zurückgegriffen werden konnte - in diesem Fall ein Radlader, der die entsprechenden Arbeiten tatkräftig unterstützte. Vor dem Haus wurde zudem mit Hilfe eines Baggers der erste Teil der Mauer entfernt, die die ursprüngliche Terrasse des Gastronomiebetriebs eingefriedet hatte.

Während die Stunden vergingen und die Arbeit erfreulicherweise flott von der Hand ging, waren auf dem Dach die Fortschritte unverkennbar: Nach etwas über zwei Stunden war das Dach vollständig seiner schwarzen Ziegelpracht entledigt; es schloss sich die Demontage der schmaleren Dachlatten und das Entfernen der Folie, auf der die Ziegel auflagen, an. Während die Dachlatten ebenfalls für den Abtransport vorbereitet wurden, war die Folie definitiv nicht mehr zu gebrauchen und wanderte auf den bereit stehenden Abfallcontainer, der sich im Laufe des Nachmittags mit diversen nicht mehr verwendbaren Materialien gefüllt hatte.

Nach rund dreieinhalb Stunden konnten die Wehrleute bereits mit großer Zufriedenheit auf ihre geleistete Arbeit blicken, waren die Fortschritte doch dank starker Beteiligung und großem Engagements unverkennbar. Von daher bat Wehrführer Klaus Buhl bereits zur genannten Zeit zum Feierabend, wohl wissend, dass der nächste anstrengende Arbeitstag für die emsigen Floriansjünger bereits am nächsten Morgen um 8 Uhr in der Frühe beginnen sollte...

Beitrag: J. Peters
Fotos: K. Buhl / M. Buhl / J. Peters
Teil 2: Wie geht es jetzt weiter? - 11.8.2011
Zum Zeitpunkt des Erwerbs befand sich - viele Niersteiner werden es wissen - bereits ein Gebäude auf dem Grundstück, welches bisher als Pizzeria genutzt wurde. Da dieses Gebäude unseren Anforderungen an ein Feuerwehrgerätehaus leider (erwartungsgemäß) nicht gerecht wird, muss es abgerissen werden; eine Aktion, die von den Niersteiner Wehrleuten in Eigenregie durchgeführt wird. Anschließend ist dann der Weg frei für den Neubau des Gerätehauses, welches allerdings nicht exakt an derselben Stelle wie die momentan noch vorhandene Pizzeria stehen wird.

Bereits in den vergangenen Wochen waren die Niersteiner punktuell immer wieder in der ehemaligen Pizzeria tätig, um das Gebäude zu entkernen und für den Abriss vorzubereiten: So wurde die noch vorhandene Inneneinrichtung entfernt, ebenso wie Steckdosen, nicht in den Wänden verbaute Rohre, die Dachdämmung und vieles weitere. In den kommenden Wochen steht nun die weitere Demontage auf dem Plan, mit dem Ziel, das Gebäude bis Ende August abgerissen zu haben.

Beitrag und Fotos: J. Peters
Teil 1: Wie alles begann:
Die Geschichte unseres neuen Feuerwehrgerätehauses beginnt im alten Niersteiner Gerätehaus in der Bildstockstraße. Der akut sanierungsbedürftige Zustand der entsprechenden Unterkunft (unter anderem wären Arbeiten an Tor, Decke und im energetischen Bereich notwendig gewesen) und die in der Vergangenheit stark gewachsene Realschule gegenüber, die die Suche nach Parkplätzen und das Ausrücken mit großen Fahrzeugen in der "Rush Hour" morgens oder mittags für die Einsatzkräfte zur immer größeren Herausforderung werden ließ, sorgte dafür, dass in den Köpfen der Verantwortlichen erstmals der Gedanke an einen Neubau in Erwägung gezogen wurde.
Den Gesamtbedarf an baulichen Maßnahmen in der Bildstockstraße bezifferte die Wehrführung auf rund 150.000 Euro an einem Standort mit schwieriger Infrastruktur, mit diesen Informationen wandten sich die Niersteiner im April 2010 erstmals an VG-Bürgermeister Penzer, der später im Gespräch mit der "Allgemeinen Zeitung" angab, die Argumentation der Wehrführung gut nachvollziehen zu können - bezogen auf Sanierungsmaßnahmen seien der VG aufgrund von Festlegungen des Landes Rheinland-Pfalz allerdings die Hände gebunden gewesen. Dass ein Neubau für die Niersteiner Wehr allerdings unerlässlich sei, auch darüber betand auf allen Seiten Einigkeit, da die gesetzlich vorgeschriebene Einsatzgrundzeit von acht Minuten, sprich der Zeit, die die Wehrleute zwischen Alarmierung und Eintreffen des ersten Fahrzeugs an der genannten Einsatzstelle maximal zur Verfügung haben, nur mit dem Standort Hauptfeuerwache an der B9, respektive Gerätehaus Schwabsburg nicht zu halten gewesen wäre.
So machte man sich in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen auf die Suche nach einem geeigneten Standort und wurde in der Gutenbergstraße in direkter Nachbarschaft zum Haus der Gemeinde fündig. Unterstützt wurde und wird die Feuerwehr Nierstein dabei von der Verbandsgemeinde Nierstein-Oppenheim als ihrem Träger, der das entsprechende Gerätehaus baut, sowie von der Gemeinde Nierstein, die das benötigte Grundstück käuflich erwarb und zur Verfügung stellte. Hier soll für die Wehrleute in naher Zukunft ein einfacher Unterstellraum für die momentan in der Bildstockstraße untergebrachten Fahrzeuge geschaffen werden (LF 16-1, MTF und der ELW der VG Nierstein-Oppenheim), ergänzt um einen kleinen Aufenthaltsraum und einem Lagerbereich für die Schließen der Hochwasserschutzmauer in Nierstein.
Dies ist, in knappen Worten zusammengefasst, die Hintergrundgeschichte unseres aktuell größten Projekts - ein Projekt, das von uns viel in Eigenleistung unentgeltlich erbrachten Arbeitseinsatz erfordert. In einem Blog, einer Art Online-Tagebuch wollen wir Sie an dieser Stelle ab sofort in Wort und Bild über aktuelle Neuigkeiten von unserer Baustelle unterrichten.
Beitrag: J. Peters
Fotos: J. Regner
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