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CTIF-Präsident Walter Egger vier Tage zu Gast in Nierstein Drucken E-Mail

                           Fachdiskussionen: CTIF-Präsident Walter Egger (links), der vier Tage lang in Nierstein zu Gast war, im Gespräch mit Wehrführer Klaus Buhl (rechts)

Über sehr außergewöhnlichen Besuch aus der Schweiz konnte sich die Niersteiner Wehr am letzten Aprilwochenende freuen: Der Präsident des Weltfeuerwehrverbands CTIF (Comité Technique International de prévention et d'extinction du Feu), Walter Egger, weltweit der höchste Repräsentant des internationalen Feuerwehrwesens, war für vier Tage in die Gemeinde gereist, um sich über den hiesigen Aufbau der Feuerwehren zu informieren.

Neueste Technik: Der CTIF-Präsident im Einsatzleitwagen der VG Nierstein-Oppenheim, der erst zwei Monate zuvor offiziell übergeben worden war.

Aufmerksam auf die Feuerwehr Nierstein wurde Egger aufgrund eines historischen Einsatzes der Feuerwehr Nierstein, die gemeinsam mit den Wehren aus Guntersblum und Oppenheim am 12. August 1942 nach einem Luftangriff in Mainz eingesetzt waren und dort, neben weiteren Gebäuden der Altstadt, auch den Mainzer Dom vor dem Niederbrennen bewahren konnten. Dies, ergänzt durch eine weitere Rettungsaktion zugunsten des Kirchengebäudes vom 27. Februar 1945, durchgeführt von der Feuerwehr Gernsheim, bildete Anlass zu einem Gedenkgottesdienst, der (nachträglich) im Rahmen der Feierlichkeiten ,,1000 Jahre Mainzer Dom“ am Sonntag, den 25. April, gemeinsam mit Herrn Domdekan Heckwolf gefeiert wurde.

 

Wehrleiter Edwin Mader (links) erläutert vor Ort die Atemschutzwerkstatt der Hauptfeuerwache Nierstein-Oppenheim.

 

Bereits zwei Tage zuvor war Egger, der gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin nach Rheinhessen gereist war, in Nierstein begrüßt worden. Im Rahmen einer Kellerbesichtigung und einer Weinbergsrundfahrt konnten sich die Gäste einen ersten Eindruck von der typischen Landschaft und ihren fruchtig-flüssigen Erzeugnissen verschaffen. Bei einem offiziellen Empfang hießen Vertreter von Wehr und Gemeinde, darunter Bürgermeister Thomas Günther, die Gäste aus der Schweiz, sowie weitere Freunde der Niersteiner Wehr willkommen, die eigens aus diesem Anlass angereist waren; darunter Senior Divisional Officer a.D. des West Midlands Fire-Service John Brown aus England sowie Brandoberamtsrat a.D. Horst Lefevre, Mitglied der deutschen Sektion des CTIF.

 

Spaß scheinen Gäste und Gastgeber auch bei der Führung durch den Oppenheimer Untergrund gehabt zu haben, die auch VG-Bürgermeister Klaus Penzer (3.v.l.) begleitete.

 

Am nächsten Tag sollte als erstes die Besichtigung der Hauptfeuerwache Nierstein-Oppenheim auf dem Programm stehen. In kurzen Vorträgen und Präsentationen erläuterten Wehrleiter Edwin Mader und VG-Bürgermeister Klaus Penzer Aufstellung und Struktur der Wehren in Rheinland-Pfalz im Allgemeinen und in der Verbandgemeinde Nierstein-Oppenheim im Besonderen. Um die theoretischen Ausführungen zu vertiefen, schloss sich ein Rundgang durch das Gebäude an, bei dem von Werkstätten über Einsatzzentrale bis hin zur Fahrzeughalle alle wesentlichen Teile der Feuerwache unter die Lupe genommen wurden. Anschließend stand ein Ausflug in die Nachbarstadt Oppenheim an, wo der Untergrund und die Katharinenkirche besichtigt werden sollten. Nach einem ausgedehnten Spaziergang, einer Klettertour auf den Kirchturm und einem Abstecher ins Gebeinehaus ließen alle Beteiligten zurück in Nierstein den Abend im Weingut Raddeck bei einer Weinprobe ausklingen.

 

Sonntags war es an der Zeit für den eingangs erwähnten Gedenkgottesdienst, zu dem sich neben Vertretern aller zur Domrettung eingesetzter Wehren auch eine hochrangige Feuerwehrdelegation aus Österreich angekündigt hatte. Nachdem der Gottesdienst beendet und die Erinnerungsfotos geschossen waren, kehrten die Gäste nach dem Mittagessen nach Nierstein zurück, wo der Tag in einer Straußwirtschaft beschlossen wurde. Für den Montag war die Heimreise der Gäste vorgesehen.

 

Für alle Niersteiner Wehrleute war das Wochenende, insbesondere das Treffen mit dem CTIF-Präsidenten mit Sicherheit ein besonderes, wenn nicht unvergessliches Ereignis. Insbesondere die freundliche, offene und interessierte Art, mit der Egger der Region und seinen Gastgebern begegnete, hat einen sehr positiven Eindruck hinterlassen und so mit dafür gesorgt, dass sich der im Vorfeld betriebene hohe Planungsaufwand mehr als gelohnt hat.

 

Fotos: J.Peters

 

Weitere Informationen:

 

Nachbarschaft

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