"Dramatische" Szenen spielten sich am Nachmittag des 30. April rund um die Hauptfeuerwache ab: Auf dem links vom Gebäude gelegenen Teil des Hofs war ein PKW verunglückt und in Flammen aufgegangen und der Rauch, der aus der nicht weit entfernten Waschhalle drang, ließ darauf schließen, dass auch im Inneren des Gebäudes ein Feuer ausgebrochen war. Kurz nach der Alarmierung erreichten daraufhin die ersten Feuerwehrfahrzeuge den Ort des Geschehens - heraus sprangen die Mitglieder der Jugendfeuerwehren aus Nierstein und Oppenheim, deren Auftrag es war, die Lage unter Kontrolle zu bringen.
Unterstützt von ihren Betreuern und von zahlreichen interessierten Eltern beobachtet, begannen die Nachwuchsfeuerwehrmänner und -frauen rasch damit, den erforderlichen Löschangriff einzuleiten. Während sich dies bei dem im Freien stehenden brennenden Auto als relativ gut machbar herausstellte, war die Sicht in der mit Kunstnebel "verrauchten" Waschhalle stark eingeschränkt, so dass hier nur mit Bedacht vorgegangen werden konnte. Da im Gebäude zudem mehrere Personen vermisst wurden, durften die vorgehenden Trupps auch wichtige Utensilien wie Tragen, Erste-Hilfe-Kästen oder Fluchthauben, die gefundene Personen vor einer Rauchvergiftung schützen sollen, nicht vergessen werden.
Ein- bis zweimal im Jahr treffen sich die Jugendwehren aus den beiden Nachbarorten zur gemeinsamen Übung. Ziel ist neben dem Abarbeiten von größeren Szenarien, die den Umfang des in regulären Gruppenstunden Machbaren in der Regel überschreiten, auch das gegenseitige Kennenlernen und Zusammenarbeiten der Jugendlichen aus Nierstein und Oppenheim zu intensivieren. Dass dies bereits in den vergangenen Jahren mit Übungen in Kellern, Feldern oder auf Flugplätzen gut gelungen ist, belegte auch der gute und reibungslose Ablauf, mit dem die Übung, vorbereitet und organisiert von den Oppenheimer Kameraden, durchgeführt wurde.
Folgerichtig waren es größtenteils Kleinigkeiten, die von den Betreuern und Fahrzeugführern in der Nachbesprechung im Anschluss an die Übung angesprochen werden mussten - die Jugendwarte wiederum konnten dem Hinweise entnehmen, welcher Bereich der Ausbildung künftig vertieft werden könnte - ebenfalls ein positiver Nebeneffekt einer Übung im größeren Umfang. Das wichtigste jedoch war allerdings, dass alle Beteiligten beim gemeinsamen Üben viel Spaß hatten, so dass man auch nach dem Aufräumen noch nicht auseinander ging, sondern bei Brezeln und Getränken noch einige Zeit an der Feuerwache verweilte.