
(Feuerwehr-)Nachwuchs in Aktion: Neben dem Pokal, der am Ende eines jeden VG-Spieletages an die Jugendfeuerwehr vergeben wird, die im Rahmen der vorangegangenen Wanderrallye die meisten Punkte ergattern konnte, wandert auch der Austragungsort des unterhaltsamen VG-Jugendfeuerwehrwettstreits von Jahr zu Jahr. In diesem Jahr war die Feuerwehr Nierstein als Ausrichter an der Reihe - aus gutem Grund, denn schließlich hatten die Gastgeber mit dem 20-jährigen Bestehen ihrer Jugendwehr auch einiges zu feiern.

Insgesamt acht Nachwuchsfeuerwehren der Verbandsgemeinde waren der Einladung nach Schwabsburg gefolgt. Ausgehend vom Bürgerhaus machten sich die Gruppen auf den Weg, der sie auf einem Rundkurs teilweise durch, teilweise um Schwabsburg herum führen sollte. Zehn Stationen mit den unterschiedlichsten Aufgaben, die mal mehr feuerwehrtechnisches Wissen, mal eher Geschick und manchmal auch beides erforderten, sorgten für Abwechslung auf der etwa vier Kilometer langen Strecke. So ging es beim Pendel-Sackhüpfen vornehmlich um Schnelligkeit, das Werfen von Leinenbeuteln in Mülltonnen ließ sich am Besten mit Geschick bewältigen und beim Slalom-Transport eines Jugendlichen auf einer Trage, bei dem die Träger dank Augenbinden blind waren und der zu tragende Patient gleichzeitig navigieren und Tennisbälle einsammeln musste, hatten diejenigen die Nase vorn, die Gefühl und Geschwindigkeit am besten in Balance bringen konnten.

Bereits einige Wochen zuvor hatten die Verantwortlichen der Niersteiner Wehr mit ihren Planungen begonnen - nun war man froh, dass der lang erwartete Tag endlich gekommen und der Ablauf erfreulicherweise reibungslos war. Dass hierbei alles dermaßen glatt über die Bühne ging, war auch den zahlreichen Helfern aus der Niersteiner Wehr zu verdanken, die überall, wo Not an Mann oder Frau war - sei es Bühnenbau, Bestuhlung, Transport von Material oder Betreuung von Stationen - tatkräftig mit anpackten. Aber auch viele Helfer der angereisten Jugendfeuerwehren trugen zum Gelingen des Spieletags bei, indem sie sich und ihre Fahrzeuge zum Betreuen von Spielstationen zur Verfügung stellten. Der einzige Unsicherheitsfaktor an diesem Tag war das unbeständige Wetter, das mit mehr oder weniger kräftigen Regengüssen den Beteiligten zur Mittagszeit in die Parade fuhr - nach einer kurzen Zwangspause, die kurzerhand zur Mittagspause umfunktioniert wurde, konnte es allerdings weitergehen.
Zur Nachmittagszeit waren dann alle ausgeschwärmten Gruppen wieder am Bürgerhaus eingetroffen, um mit Spannung die nun anstehende Siegerehrung zu erwarten. Zuvor stand im Programm noch eine kleine akademische "Geburtstagsfeier" für die Gastgeberwehr, in deren Rahmen Wehrführer Klaus Buhl und Jugendwart Julian Mader aus Feuerwehrsicht auf die Niersteiner Jugendwehr und ihre Geschichte zurückblickten. Besonderer Dank und Lob ging an die Gründungsmitglieder, die die Nachwuchsabteilung vor zwei Jahrzehnten ins Leben riefen - allen voran Elli Raddeck, die zur damaligen Zeit als erste Jugendwartin nicht nur in Nierstein, sondern in der gesamten Region zehn Jahre lang erfolgreich agierte. Für dieses Engagement wurde Raddeck im Anschluss vom stellvertretenden Kreisjugendfeuerwehrwart Torsten Darmstadt mit der silbernen Ehrenspange des Kreisjugendfeuerwehrverbands geehrt. Auch VG-Bürgermeister Klaus Penzer und der Zweite Beigeordnete der Gemeinde Nierstein, Egid Rüger, nutzten die Gelegenheit, die Arbeit der Jugendlichen und ihrer Ausbilder zu würdigen.
Dann war der von den Jugendlichen mit Spannung erwartete Augenblick endlich gekommen: die Siegerehrung. Den von VG-Bürgermeister Penzer gestifteten Wanderpokal durfte in diesem Jahr die Jugendfeuerwehr aus Dienheim mitnehmen, während die Gastgeber aus Nierstein einen respektablen fünften Rang belegten. Die fairste Gruppe, auch in diesem Jahr gesondert ausgezeichnet und mit Pokal geehrt, kam dieses Mal aus Oppenheim. Doch wer sich nun oder bereits in der Zwischenzeit im Kreis der Jugendlichen umgehört oder die entsprechenden Gesichter studiert hatte, konnte feststellen, dass sich zwar manche zuvor geäußerte Platzierungsprognose am Ende nicht erfüllen sollte; dieser Umstand aber nichts an der Tatsache änderte, dass die Beteiligten aus allen Orten zwischen dem Fädeln "menschlicher Perlenketten", dem Transport von Golfbällen durch B-Schläuche oder dem Kreiskuppeln von Saugschläuchen offensichtlich ziemlich viel Spaß hatten.
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Fotos: A. Klee